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AEDG

Epithalon

Regulatorisches Tetrapeptid / AEDG

390.35 g/mol Molekulargewicht
C14H22N4O9 Formel
Nur für Forschung Status
Ala-Glu-Asp-Gly
Epithalon Photo: Markus Winkler

Übersicht

Epithalon (auch als Epitalon oder Epithalone bezeichnet) ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Aminosäuresequenz Alanin-Glutaminsäure-Asparaginsäure-Glycin (Ala-Glu-Asp-Gly). Es wurde in den 1980er-Jahren am Sankt Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie entwickelt und stellt eine vereinfachte, synthetische Variante des natürlichen Polypeptid-Extrakts Epithalamin dar, der ursprünglich aus der Zirbeldrüse (Epiphyse) gewonnen wurde.

Die Zirbeldrüse spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation zirkadianer Rhythmen, insbesondere über das Hormon Melatonin. Die Forscher um Wladimir Khavinson postulierten, dass aus dieser Drüse stammende Peptide eine bioregulatorische Funktion auf den Alterungsprozess ausüben könnten. Epithalon wurde entwickelt, um diese vermutete Wirkung in einer definierten, reproduzierbaren molekularen Struktur abzubilden.

Im Unterschied zu vielen bekannten Forschungspeptiden wie dem BPC-157 oder dem TB-500, die primär auf Geweberegeneration abzielen, wird Epithalon vor allem im Kontext der Gerontologie und des biologischen Alterns diskutiert. Grundlegende Konzepte zu dieser Substanzklasse erläutern wir im Artikel Was ist ein Peptid?.

Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken. Epithalon ist nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen.

Wirkmechanismus

Untersuchte Vorteile

Telomerase Activation

In vitro studies suggesting telomerase activation and telomere elongation in human cell cultures.

Melatonin Regulation

Potential normalization of nocturnal melatonin secretion, often impaired with aging, according to preliminary studies.

Antioxidant Properties

Reduction of oxidative stress markers reported in some preclinical models.

Longevity Research

Animal studies suggesting increased average lifespan in some models, requiring human confirmation.

Forschungsstand

Der überwiegende Teil der Epithalon-Forschung stammt von Wladimir Khavinson und seinem Team in Sankt Petersburg. Ihre Arbeiten erstrecken sich über mehrere Jahrzehnte und umfassen Zellkulturen, Tiermodelle und einige Humanstudien.

Zentrale Befunde aus dieser Forschungslinie:

  • Telomer-Verlängerung in vitro: In Kulturen menschlicher Lungenfibroblasten induzierte Epithalon eine Telomerase-Expression und eine Verlängerung der Telomere über das Hayflick-Limit hinaus.
  • Lebensspanne bei Tieren: In Studien an Mäusen und Ratten wurde eine Verlängerung der mittleren Lebensspanne sowie eine reduzierte Tumorinzidenz berichtet.
  • Humanstudien zur Mortalität: Eine über mehrere Jahre laufende Beobachtungsstudie an älteren Patienten berichtete über eine verringerte Mortalität in der mit Epithalamin/Epithalon behandelten Gruppe.

Bei der Bewertung dieser Ergebnisse ist wissenschaftliche Vorsicht geboten. Die meisten Studien wurden von derselben Forschungsgruppe durchgeführt, oft mit kleinen Stichproben und ohne umfangreiche unabhängige Replikation durch westliche Labore. Dies schmälert nicht zwangsläufig die Befunde, bedeutet aber, dass die Evidenz als vorläufig einzustufen ist. Für eine fundierte Bewertung sind größere, randomisierte, placebokontrollierte und unabhängig replizierte Studien erforderlich.

Sicherheit und Nebenwirkungen

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Schnell-Quiz · 6 Fragen

Häufig gestellte Fragen

Ist Epithalon dasselbe wie Epitalon?
Ja. „Epithalon", „Epitalon" und „Epithalone" sind unterschiedliche Schreibweisen desselben synthetischen Tetrapeptids mit der Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly. Die Variationen entstehen durch unterschiedliche Transliterationen aus dem Russischen.
Verlängert Epithalon nachweislich das menschliche Leben?
Nein, das ist nicht belegt. Es gibt präklinische Studien und kleine Humanbeobachtungen aus der Khavinson-Forschung, die Hinweise liefern, jedoch fehlen große, randomisierte und unabhängig replizierte Studien. Behauptungen über eine garantierte Lebensverlängerung sind wissenschaftlich nicht gedeckt.
Ist Epithalon für den menschlichen Gebrauch zugelassen?
Nein. Epithalon ist weder von der FDA noch der EMA für den menschlichen Gebrauch zugelassen. Es gilt in den meisten Ländern als Forschungspeptid („Research Use Only"). Konsultieren Sie vor jeder Erwägung eine medizinische Fachkraft.
Welche Rolle spielt die Telomerase bei Epithalon?
Die zentrale Hypothese lautet, dass Epithalon die Telomerase aktiviert — ein Enzym, das die schützenden Telomere der Chromosomen verlängern kann. In Zellkulturen wurde dieser Effekt beobachtet, seine Bedeutung für den menschlichen Alterungsprozess ist jedoch nicht abschließend geklärt.
Hat Epithalon Nebenwirkungen?
Das Sicherheitsprofil beim Menschen ist unzureichend untersucht. In kleinen Studien galt es als gut verträglich, doch fehlen Langzeitdaten. Bedenken bestehen insbesondere wegen der Telomerase-Aktivierung, der ungewissen Substanzqualität von Forschungspeptiden und Injektionsrisiken. Keine Substanz ist völlig sicher.

Quellen

  1. Khavinson V.K. et al. (2004). Peptide promotes overcoming of the division limit in human somatic cell cultures. Bulletin of Experimental Biology and Medicine.
  2. Khavinson V.K., Bondarev I.E., Butyugov A.A. (2003). Epithalon peptide induces telomerase activity and telomere elongation in human somatic cells. Bulletin of Experimental Biology and Medicine.
  3. Anisimov V.N., Khavinson V.K. (2010). Peptide bioregulation of aging: results and prospects. Biogerontology.
  4. Korkushko O.V. et al. (2006). Geroprotective effect of epithalamin (pineal gland peptide preparation) in elderly subjects with accelerated aging. Bulletin of Experimental Biology and Medicine.
  5. Khavinson V.K., Morozov V.G. (2003). Peptides of pineal gland and thymus prolong human life. Neuroendocrinology Letters.
  6. Blackburn E.H. (2005). Telomeres and telomerase: their mechanisms of action and the effects of altering their functions. FEBS Letters.

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie einen Arzt, bevor Sie Entscheidungen treffen. Unseren vollständigen medizinischen Haftungsausschluss lesen

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