Das Wichtigste in Kürze
  • Ozempic enthält den Wirkstoff Semaglutid, Saxenda den Wirkstoff Liraglutid – beide sind GLP-1-Rezeptoragonisten, aber aus unterschiedlichen Entwicklungsgenerationen.
  • Saxenda wird einmal täglich injiziert (Halbwertszeit ca. 13 Stunden), Ozempic nur einmal wöchentlich (Halbwertszeit ca. 165 Stunden) – ein entscheidender Komfortvorteil.
  • In der direkten Vergleichsstudie STEP 8 führte wöchentliches Semaglutid zu rund 15,8 % Gewichtsverlust gegenüber etwa 6,4 % unter täglichem Liraglutid.
  • Wichtig: Ozempic ist in der EU nur zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen; das semaglutidhaltige Präparat zur Gewichtsreduktion heißt Wegovy. Saxenda ist explizit zur Gewichtsregulierung zugelassen.
  • Höhere Wirksamkeit, seltenere Injektionen und eine bessere Verträglichkeit erklären, warum Semaglutid Liraglutid in der Praxis weitgehend abgelöst hat.
  • Beide Medikamente sind verschreibungspflichtig und gehören in ärztliche Hand – dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken.

Was ist der Unterschied zwischen Ozempic und Saxenda?

Ozempic und Saxenda gehören beide zur Wirkstoffklasse der GLP-1-Rezeptoragonisten (Glucagon-like Peptide-1) und stammen vom selben Hersteller, Novo Nordisk. Trotz dieser Gemeinsamkeit handelt es sich um zwei deutlich unterschiedliche Präparate – sowohl in Bezug auf den Wirkstoff als auch auf die zugelassene Anwendung. Ozempic enthält Semaglutid, Saxenda enthält Liraglutid. Beide Peptide imitieren ein körpereigenes Darmhormon, das Sättigung signalisiert und den Blutzucker reguliert.

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Zulassung. In Europa und den USA ist Ozempic ausschließlich zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen, nicht zur Gewichtsreduktion. Das semaglutidhaltige Präparat, das speziell für das Gewichtsmanagement entwickelt und in höherer Dosierung zugelassen wurde, trägt den Namen Wegovy. Saxenda hingegen ist seit 2015 in der EU explizit zur Gewichtsregulierung bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen zugelassen.

Wenn Menschen also "Ozempic zum Abnehmen" mit "Saxenda" vergleichen, vergleichen sie streng genommen den Wirkstoff Semaglutid (in der Weight-Loss-Form Wegovy) mit dem Wirkstoff Liraglutid (Saxenda). Da Ozempic in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch zum Synonym für Semaglutid geworden ist, behandelt dieser Artikel den Vergleich auf Wirkstoffebene und weist an den entscheidenden Stellen auf die jeweils zugelassene Darreichungsform hin.

Der vielleicht praktisch relevanteste Unterschied: Saxenda muss einmal täglich gespritzt werden, Ozempic nur einmal wöchentlich. Dieser Unterschied geht auf die unterschiedliche Pharmakologie der beiden Moleküle zurück und beeinflusst Therapietreue, Wirksamkeit und Patientenkomfort erheblich. Mehr über die zugrunde liegende Hormonklasse erfahren Sie in unserem GLP-1-Leitfaden.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Beide Medikamente sind verschreibungspflichtig.

Wie funktionieren GLP-1-Rezeptoragonisten?

GLP-1 ist ein sogenanntes Inkretin-Hormon, das nach einer Mahlzeit von den L-Zellen des Darms ausgeschüttet wird. Es bindet an spezifische Rezeptoren in der Bauchspeicheldrüse, im Gehirn und im Magen-Darm-Trakt. Sowohl Semaglutid (Ozempic) als auch Liraglutid (Saxenda) sind synthetische Nachbildungen dieses Hormons und aktivieren denselben Rezeptor – sie wirken daher über denselben grundlegenden Mechanismus.

Auf der Ebene der Bauchspeicheldrüse fördern beide Wirkstoffe eine glukoseabhängige Insulinausschüttung: Insulin wird nur dann freigesetzt, wenn der Blutzucker erhöht ist. Gleichzeitig hemmen sie die Freisetzung von Glukagon, einem blutzuckersteigernden Hormon. Diese Kombination erklärt die starke blutzuckersenkende Wirkung und das geringe Risiko für Unterzuckerungen, solange die Mittel allein verwendet werden.

Für die Gewichtsreduktion ist jedoch ein zweiter Wirkort entscheidend: das Gehirn. GLP-1-Rezeptoragonisten wirken auf das Hunger- und Sättigungszentrum im Hypothalamus und reduzieren so das Hungergefühl sowie das sogenannte "Food Noise" – das ständige gedankliche Kreisen um Essen. Zusätzlich verlangsamen sie die Magenentleerung, wodurch das Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit länger anhält. Die Folge ist eine spontane Reduktion der Kalorienaufnahme.

Der entscheidende Unterschied zwischen Ozempic und Saxenda liegt nicht im Mechanismus selbst, sondern in der Pharmakokinetik – also darin, wie lange und wie stark der Wirkstoff am Rezeptor verbleibt. Genau hier setzen die strukturellen Unterschiede zwischen Semaglutid und Liraglutid an, die im nächsten Abschnitt erläutert werden. Grundlagen zum Aufbau solcher Moleküle finden Sie in unserem Artikel Was ist ein Peptid?

Semaglutid vs Liraglutid: Zwei Generationen von GLP-1-Agonisten?

Liraglutid (Saxenda) und Semaglutid (Ozempic) repräsentieren zwei aufeinanderfolgende Entwicklungsgenerationen der GLP-1-Rezeptoragonisten. Liraglutid wurde zuerst entwickelt und 2010 zunächst als Diabetesmedikament (Victoza), später 2014/2015 als Saxenda zur Gewichtsregulierung zugelassen. Semaglutid kam einige Jahre später auf den Markt und wurde gezielt so optimiert, dass es länger im Körper verbleibt.

Beide Moleküle basieren auf dem menschlichen GLP-1 als Grundgerüst, das durch chemische Modifikationen vor dem schnellen Abbau durch das Enzym DPP-4 geschützt wird. Bei beiden wird eine Fettsäurekette angehängt, die eine reversible Bindung an Albumin – ein häufiges Bluteiweiß – ermöglicht. Diese Albuminbindung wirkt wie ein Depot und verlängert die Verweildauer im Blut. Bei Semaglutid wurde diese Strategie jedoch deutlich verfeinert.

Das Resultat ist ein dramatischer Unterschied in der Halbwertszeit: Liraglutid hat eine Halbwertszeit von rund 13 Stunden, weshalb eine tägliche Injektion notwendig ist. Semaglutid erreicht durch eine optimierte Fettsäurebindung und zusätzliche Aminosäuremodifikationen eine Halbwertszeit von etwa 165 Stunden – also rund sieben Tagen. Dies erlaubt die wöchentliche Gabe.

EigenschaftSaxenda (Liraglutid)Ozempic (Semaglutid)
WirkstoffklasseGLP-1-RezeptoragonistGLP-1-Rezeptoragonist
GenerationFrühere GenerationNeuere Generation
Halbwertszeitca. 13 Stundenca. 165 Stunden
Injektionsfrequenz1× täglich1× wöchentlich
EU-Zulassung GewichtJa (Saxenda)Nein (nur als Wegovy)

Die längere Halbwertszeit von Semaglutid bringt nicht nur Komfort, sondern auch gleichmäßigere Wirkstoffspiegel im Blut. Schwankungen zwischen den Dosen sind geringer, was sich günstig auf die Verträglichkeit und die kontinuierliche Appetithemmung auswirkt. Dieser pharmakologische Fortschritt ist einer der Hauptgründe für die überlegene Wirksamkeit, die in klinischen Studien beobachtet wurde.

Wöchentlich oder täglich injizieren: Was bedeutet das in der Praxis?

Die Injektionsfrequenz ist für viele Anwender der spürbarste Unterschied zwischen den beiden Präparaten. Saxenda erfordert eine tägliche subkutane Injektion – also 365 Injektionen pro Jahr. Ozempic wird hingegen nur einmal pro Woche gespritzt, was etwa 52 Injektionen jährlich entspricht. Dieser Unterschied hat erhebliche Auswirkungen auf die Therapietreue.

Studien zur Adhärenz zeigen konsistent, dass seltenere Dosierungen die Therapietreue verbessern. Wer täglich an eine Injektion denken muss, vergisst sie häufiger oder bricht die Behandlung früher ab als jemand, der nur an einen festen Wochentag denken muss. Eine unterbrochene oder unregelmäßige Anwendung mindert nicht nur den Erfolg, sondern kann auch die Magen-Darm-Verträglichkeit verschlechtern, da der Körper sich nicht stabil an den Wirkstoff gewöhnt.

Beide Präparate werden mit einem vorgefüllten Pen verabreicht und unter die Haut (subkutan) in Bauch, Oberschenkel oder Oberarm gespritzt. Bei beiden ist eine schrittweise Dosissteigerung (Titration) über mehrere Wochen vorgesehen, um Übelkeit zu minimieren. Bei Saxenda wird die Dosis wöchentlich von 0,6 mg bis auf 3,0 mg täglich erhöht; bei Ozempic erfolgt die Steigerung üblicherweise über mehrere Wochen bis zur Erhaltungsdosis.

Ein praktischer Aspekt betrifft auch die Flexibilität: Bei wöchentlicher Gabe kann der Injektionstag bei Bedarf um einige Tage verschoben werden, ohne die Wirkung zu gefährden – ein Komfort, der bei täglicher Anwendung nicht besteht. Für Menschen mit einem vollen Alltag oder einer ausgeprägten Spritzenangst ist dies ein gewichtiges Argument zugunsten von Semaglutid. Wer mehr über die praktische Anwendung von Peptidtherapien erfahren möchte, findet weiterführende Hinweise in unserem Leitfaden zur Kombination von Peptiden.

Wie wirksam sind Ozempic und Saxenda beim Abnehmen?

Beim Vergleich der Wirksamkeit ist Semaglutid dem Liraglutid in klinischen Studien deutlich überlegen. Der aussagekräftigste Beleg stammt aus der direkten Vergleichsstudie STEP 8, in der wöchentliches Semaglutid (2,4 mg, also die Wegovy-Dosis) direkt gegen tägliches Liraglutid (3,0 mg, Saxenda-Dosis) getestet wurde. Das Ergebnis war eindeutig: Unter Semaglutid verloren die Teilnehmer im Durchschnitt rund 15,8 % ihres Körpergewichts, unter Liraglutid nur etwa 6,4 %.

Diese Zahlen decken sich mit den jeweiligen Zulassungsstudien. In den STEP-Studien erreichte Semaglutid bei Menschen mit Adipositas einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von rund 15 bis 17 % über etwa 68 Wochen. In den SCALE-Studien zu Liraglutid lag der durchschnittliche Verlust dagegen bei etwa 8 % des Körpergewichts, was rund 5 bis 6 kg gegenüber Placebo entspricht.

Auch der Anteil der Personen, die klinisch relevante Gewichtsverluste erreichten, unterschied sich stark. Unter Semaglutid erreichte etwa ein Drittel der Teilnehmer einen Gewichtsverlust von 20 % oder mehr – eine Größenordnung, die unter Liraglutid nur selten erreicht wurde. Dieser Unterschied ist nicht nur statistisch, sondern auch klinisch bedeutsam, da höhere Gewichtsverluste mit größeren Verbesserungen von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten einhergehen.

WirksamkeitsparameterLiraglutid (Saxenda)Semaglutid (Ozempic/Wegovy)
Ø Gewichtsverlustca. 6–8 %ca. 15–17 %
Direktvergleich STEP 86,4 %15,8 %
Studiendauer56 Wochen (SCALE)68 Wochen (STEP)

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Zahlen Durchschnittswerte aus Studien sind, die mit einer begleitenden Lebensstilintervention – also Ernährungsumstellung und Bewegung – kombiniert wurden. Ohne diese Begleitmaßnahmen fallen die Ergebnisse geringer aus. Zudem reagieren Menschen individuell unterschiedlich: Manche sprechen kaum an, andere überdurchschnittlich gut. Eine ärztliche Begleitung ist daher unerlässlich, um Wirksamkeit und Verträglichkeit individuell zu beurteilen.

Welche Nebenwirkungen haben Ozempic und Saxenda?

Da beide Präparate über denselben Mechanismus wirken, ähneln sich ihre Nebenwirkungsprofile stark. Am häufigsten sind gastrointestinale Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Völlegefühl. Diese Beschwerden treten meist zu Beginn der Behandlung und nach Dosissteigerungen auf und lassen bei den meisten Anwendern im Laufe der Wochen nach, wenn sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt.

Die langsame, schrittweise Titration der Dosis ist die wichtigste Maßnahme, um diese Nebenwirkungen zu reduzieren. Wird die Dosis zu schnell erhöht, steigt das Risiko für starke Übelkeit deutlich. Interessanterweise berichten manche Patienten unter wöchentlichem Semaglutid über eine gleichmäßigere Verträglichkeit, da die Wirkstoffspiegel weniger schwanken als unter täglichem Liraglutid mit seinen ausgeprägteren Spitzen und Tälern.

Zu den selteneren, aber ernsteren möglichen Nebenwirkungen beider Wirkstoffe zählen Gallenblasenerkrankungen (insbesondere Gallensteine, die bei raschem Gewichtsverlust generell häufiger auftreten) und in seltenen Fällen eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung). Bei Anzeichen wie starken, anhaltenden Bauchschmerzen sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Beide Mittel sind zudem bei einer Vorgeschichte bestimmter Schilddrüsentumoren (medulläres Schilddrüsenkarzinom) kontraindiziert.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit dem Muskelmasseverlust. Wie bei jeder deutlichen Gewichtsabnahme geht ein Teil des verlorenen Gewichts auf Muskelmasse zurück. Begleitendes Krafttraining und eine ausreichende Eiweißzufuhr werden daher empfohlen, um die fettfreie Masse zu erhalten. Auch das Risiko, nach dem Absetzen wieder zuzunehmen (Jo-Jo-Effekt), besteht bei beiden Präparaten, da sie die zugrunde liegende Regulation nur während der Anwendung beeinflussen.

Wichtiger Hinweis: Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Vollständige Informationen zu Nebenwirkungen und Gegenanzeigen entnehmen Sie bitte der Fachinformation und besprechen Sie diese mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Lesen Sie auch unseren medizinischen Haftungsausschluss.

Was kosten Ozempic und Saxenda im Vergleich?

Die Kosten beider Präparate liegen ohne Erstattung im hochpreisigen Segment, unterscheiden sich aber in der Struktur. Saxenda verursacht aufgrund der täglichen Anwendung und des höheren Wirkstoffverbrauchs (bis zu 3,0 mg pro Tag) in vielen Märkten höhere monatliche Gesamtkosten als eine vergleichbare wöchentliche Semaglutid-Therapie. Die genauen Preise variieren stark je nach Land, Apotheke und Erstattungssituation.

Ein entscheidender Kostenfaktor ist die Erstattung durch die Krankenkasse. In Deutschland sind Medikamente zur reinen Gewichtsreduktion, sogenannte "Lifestyle-Arzneimittel", gemäß den gesetzlichen Vorgaben von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel ausgeschlossen. Das betrifft Saxenda und Wegovy gleichermaßen, wenn sie ausschließlich zum Abnehmen eingesetzt werden. Patienten tragen die Kosten dann selbst.

Wird Semaglutid hingegen als Ozempic zur Diabetesbehandlung verordnet, kann eine Erstattung erfolgen – allerdings nur bei der entsprechenden medizinischen Indikation, also Typ-2-Diabetes. Die Verordnung von Ozempic allein zum Zweck der Gewichtsabnahme bei Nicht-Diabetikern ist ein Off-Label-Gebrauch und wird in der Regel nicht erstattet. Dieser Unterschied führt in der Praxis häufig zu Verwirrung.

Bei der reinen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung spielt auch die Wirksamkeit pro investiertem Euro eine Rolle. Da Semaglutid bei vielen Anwendern einen mehr als doppelt so hohen Gewichtsverlust erzielt wie Liraglutid, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis trotz ähnlicher oder sogar günstigerer monatlicher Kosten häufig zugunsten von Semaglutid verschoben. Dennoch sollten Therapieentscheidungen niemals allein nach Preis getroffen werden, sondern nach individueller medizinischer Eignung.

Warum hat Ozempic Saxenda weitgehend verdrängt?

Die Verschiebung von Liraglutid hin zu Semaglutid ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie eine verbesserte Wirkstoffgeneration einen etablierten Vorgänger ablösen kann. Drei Faktoren erklären diese Entwicklung am besten: überlegene Wirksamkeit, seltenere Injektionen und eine insgesamt günstigere Therapieerfahrung.

Der erste und gewichtigste Faktor ist die Wirksamkeit. Ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von rund 15 % gegenüber etwa 6–8 % stellt einen qualitativen Sprung dar, nicht nur eine graduelle Verbesserung. Für Patienten und behandelnde Ärzte ist dieser Unterschied so groß, dass er bei vergleichbarem Sicherheitsprofil die Wahl klar zugunsten von Semaglutid lenkt.

Der zweite Faktor ist die wöchentliche statt tägliche Injektion. Der Wegfall von rund 300 Injektionen pro Jahr verbessert nicht nur den Komfort, sondern auch die Therapietreue und damit indirekt das Ergebnis. Gerade bei einer Langzeittherapie, die über Monate bis Jahre angelegt ist, summiert sich dieser Vorteil erheblich.

Hinzu kommt ein Marktdynamik-Effekt: Die hohe öffentliche Aufmerksamkeit für Semaglutid hat dazu geführt, dass GLP-1-Agonisten heute zu den meistgesuchten Wirkstoffen überhaupt zählen. Gewichtsverlust-Peptide machen mittlerweile rund 60 % des gesamten Suchverkehrs im Peptidbereich aus. Diese Bekanntheit verstärkt die Nachfrage nach den wirksamsten Vertretern der Klasse zusätzlich. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Entwicklung über Semaglutid hinaus bereits weitergeht: Mit Tirzepatid existiert ein dualer Agonist, der in Studien Gewichtsverluste von 20–22 % erreichte – ein Zeichen dafür, dass die Generationenfolge anhält.

Saxenda behält dennoch eine berechtigte Nische. Liraglutid verfügt über eine längere Anwendungserfahrung, ist auch für bestimmte jugendliche Patientengruppen zugelassen und kann eine Option sein, wenn Semaglutid nicht vertragen wird oder nicht verfügbar ist. Es ist also nicht "veraltet", sondern in vielen Fällen schlicht die zweite Wahl geworden. Mehr zum Hintergrund der gesamten Wirkstoffklasse lesen Sie in unserem GLP-1-Leitfaden.

Für wen eignet sich welches Präparat?

Die Wahl zwischen Semaglutid (Ozempic/Wegovy) und Liraglutid (Saxenda) ist eine medizinische Entscheidung, die individuell getroffen werden muss. Dennoch lassen sich aus der Datenlage einige allgemeine Orientierungspunkte ableiten, die das Gespräch mit dem behandelnden Arzt vorbereiten können.

Semaglutid ist in den meisten Fällen die wirksamere und komfortablere Option. Es eignet sich besonders für Personen, die einen möglichst hohen Gewichtsverlust anstreben, die tägliche Injektionen als belastend empfinden oder die von der gleichmäßigeren Verträglichkeit profitieren möchten. Zur Gewichtsreduktion ist in der EU die Form Wegovy zugelassen, während Ozempic der Diabetesbehandlung vorbehalten ist.

Liraglutid (Saxenda) bleibt eine sinnvolle Alternative in spezifischen Situationen: etwa wenn Semaglutid nicht vertragen wird, bei bestimmten zugelassenen Anwendungsgruppen, bei Lieferengpässen des Konkurrenzprodukts oder wenn eine kürzere Wirkdauer aus medizinischen Gründen erwünscht ist – beispielsweise um die Therapie bei Nebenwirkungen schneller steuern zu können.

Unabhängig vom gewählten Präparat gilt: GLP-1-Rezeptoragonisten sind kein Ersatz für eine Anpassung des Lebensstils, sondern ein Werkzeug, das eine Ernährungsumstellung und Bewegung unterstützt. Der nachhaltige Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob diese Begleitmaßnahmen umgesetzt werden. Wird das Medikament abgesetzt, ohne dass sich Gewohnheiten geändert haben, ist eine erneute Gewichtszunahme wahrscheinlich.

Medizinischer Hinweis: Beide Medikamente sind verschreibungspflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Treffen Sie keine eigenmächtigen Therapieentscheidungen und beziehen Sie Medikamente niemals aus unsicheren Quellen. Konsultieren Sie für jede Therapieentscheidung eine medizinische Fachperson und beachten Sie unseren medizinischen Haftungsausschluss.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Ozempic oder Saxenda besser zum Abnehmen?
In direkten Vergleichsstudien war Semaglutid (der Wirkstoff in Ozempic und Wegovy) deutlich wirksamer als Liraglutid (Saxenda). In der Studie STEP 8 lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei rund 15,8 % unter Semaglutid gegenüber etwa 6,4 % unter Liraglutid. Zudem wird Semaglutid nur wöchentlich statt täglich gespritzt. Für die meisten Anwender ist Semaglutid daher die wirksamere und komfortablere Option – die endgültige Wahl trifft jedoch der behandelnde Arzt individuell.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen Ozempic und Saxenda?
Der Hauptunterschied liegt im Wirkstoff und in der Injektionsfrequenz. Ozempic enthält Semaglutid und wird einmal wöchentlich injiziert; Saxenda enthält Liraglutid und wird einmal täglich injiziert. Beide sind GLP-1-Rezeptoragonisten, doch Semaglutid hat eine deutlich längere Halbwertszeit (etwa 165 Stunden gegenüber etwa 13 Stunden) und eine höhere Wirksamkeit beim Gewichtsverlust.
Ist Ozempic überhaupt zum Abnehmen zugelassen?
Nein. In der EU und den USA ist Ozempic ausschließlich zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen. Das semaglutidhaltige Präparat zur Gewichtsreduktion heißt Wegovy und enthält denselben Wirkstoff in einer höheren Zieldosis. Die Verwendung von Ozempic allein zum Abnehmen ist ein Off-Label-Gebrauch. Saxenda hingegen ist explizit zur Gewichtsregulierung zugelassen.
Warum wird Saxenda täglich und Ozempic nur wöchentlich gespritzt?
Der Unterschied beruht auf der Pharmakokinetik der beiden Moleküle. Liraglutid (Saxenda) hat eine Halbwertszeit von etwa 13 Stunden und muss daher täglich gegeben werden, um stabile Wirkstoffspiegel zu halten. Semaglutid (Ozempic) wurde durch eine optimierte Fettsäurebindung an Albumin so verändert, dass es eine Halbwertszeit von rund sieben Tagen erreicht und nur einmal wöchentlich injiziert werden muss.
Haben Ozempic und Saxenda dieselben Nebenwirkungen?
Da beide über denselben Mechanismus wirken, ähneln sich die Nebenwirkungen stark. Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung, vor allem zu Beginn der Behandlung. Seltenere ernste Risiken umfassen Gallensteine und in sehr seltenen Fällen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Manche Anwender berichten unter wöchentlichem Semaglutid über eine gleichmäßigere Verträglichkeit, da die Wirkstoffspiegel weniger schwanken.
Kann man von Saxenda auf Ozempic wechseln?
Ein Wechsel zwischen GLP-1-Rezeptoragonisten ist grundsätzlich möglich, sollte aber immer ärztlich begleitet werden. In der Regel beginnt man nach dem Wechsel erneut mit einer niedrigen Dosis und steigert diese schrittweise (Titration), um Magen-Darm-Nebenwirkungen zu minimieren. Ein eigenmächtiger Wechsel oder eine Überlappung beider Wirkstoffe sollte vermieden werden.
Nimmt man nach dem Absetzen wieder zu?
Bei beiden Präparaten besteht das Risiko einer erneuten Gewichtszunahme nach dem Absetzen, da die appetithemmende Wirkung nur während der Anwendung besteht. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil des verlorenen Gewichts nach dem Absetzen zurückkehren kann, wenn keine dauerhaften Veränderungen bei Ernährung und Bewegung etabliert wurden. Die Medikamente sind daher als langfristige Unterstützung gedacht, nicht als kurzfristige Kur.
Werden Ozempic oder Saxenda von der Krankenkasse bezahlt?
In Deutschland gelten Medikamente zur reinen Gewichtsreduktion als Lifestyle-Arzneimittel und sind in der Regel von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen. Das betrifft Saxenda und Wegovy zum Abnehmen. Ozempic kann hingegen erstattet werden, wenn es zur Behandlung eines Typ-2-Diabetes verordnet wird. Die genaue Erstattung hängt von der individuellen Indikation und der Krankenkasse ab.

Quellen

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  2. Wilding JPH, Batterham RL, Calanna S, et al. (2021). Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity (STEP 1). New England Journal of Medicine.
  3. Pi-Sunyer X, Astrup A, Fujioka K, et al. (2015). A Randomized, Controlled Trial of 3.0 mg of Liraglutide in Weight Management (SCALE Obesity and Prediabetes). New England Journal of Medicine.
  4. Knudsen LB, Lau J. (2019). The Discovery and Development of Liraglutide and Semaglutide. Frontiers in Endocrinology.
  5. Jastreboff AM, Aronne LJ, Ahmad NN, et al. (2022). Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity (SURMOUNT-1). New England Journal of Medicine.
  6. Nauck MA, Quast DR, Wefers J, Meier JJ. (2021). GLP-1 receptor agonists in the treatment of type 2 diabetes – state-of-the-art. Molecular Metabolism.

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie einen Arzt, bevor Sie Entscheidungen treffen. Unseren vollständigen medizinischen Haftungsausschluss lesen